1947 brachte das Yiddish Art Theatre New York "Shylock and His
Daughter" auf die Bühne. Maurice Schwartz, Großmeister des jiddischen
Theaters, übernahm damals Regie und Hauptrolle. Das Stück ist ein
ambitionierter Versuch, die Shakespeare’sche Figur des venezianischen
Ghettobewohners, der durch die Jahrhunderte zu einer fragwürdigen
bzw. antisemitischen Projektionsfläche für "den Juden" geworden ist,
nach der traumatischen Erfahrung der Schoa aus jüdischer Sicht zu
hinterfragen. Bei der Gründung des Archivs des Jüdischen Museums Wien
im Jahre 1996 wurden 350 Fotonegative dieser Bühnenproduktion
entdeckt, die einen faszinierenden Einblick in diese New Yorker
Theaterproduktion bieten. Der Fotograf, der sich hauptsächlich für
die Arbeit hinter der Bühne interessierte, bleibt bis heute
unbekannt. In der Ausstellung ist ein Teil seiner Fotos sehen. Eine
Serie daraus macht diese Fotosession zu einem herausragenden
kulturhistorischen Dokument: Auf mehr als 20 Fotografien lässt sich
nachvollziehen, wie sich Hauptdarsteller Maurice Schwartz in der
Garderobe in Shylock verwandelt. Die Ausstellung "Being Shylock"
ermöglicht so die Sicht auf ein Theaterexperiment, in dem ein
Rollentausch zur Selbsthinterfragung und Selbsterfahrung wird.
"Being Shylock - Ein Experiment am Yiddish Art Theatre New York
1947" ist von 19. März bis 6. September 2009 im der Außenstelle des
Jüdischen Museums auf dem Judenplatz (1., Judenplatz
zu sehen. Das
zu den Kulturbetrieben der Wien Holding zählende Museum Judenplatz
des Jüdischen Museums ist von Sonntag bis Donnerstag von 10 bis 18
Uhr, freitags von 10.00 bis 14.00 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt
Euro 4,- / Euro 2,50 ermäßigt. Schulklassen haben freien Eintritt,
Führungen und pädagogische Programme: Telefon: 535 04 31-311, 312
bzw. kids.school@jmw.at. Weitere Informationen zum Begleitprogramm
sind unter www.jmw.at zu finden. Zur Ausstellung erscheint ein
Katalog zum Preis von Euro 16,90 (ISBN 978-3-901398-53-7), der im
Shop des Museums und im Museum Judenplatz erhältlich ist.
via ots.at
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